Willkommen!

Schon seit vielen Jahren prägt das Ensemble der Weizenmühle Knauthain das Ortsbild. In mehreren Bauetappen haben sich die Gebäude rund um den Hofplatz in den vergangenen Jahren entwickelt – derzeit sieht der letzte Bauabschnitt seiner Vollendung entgegen.

Diese Website der damaligen Projektinitiatoren dokumentiert die Sanierung und portraitiert das lebens- und liebenswerte Knauthain.

Eine Mühle mit Geschichte

Der Wasserknoten in der Leipziger Tieflandsbucht entwickelte sich im Hochmittelalter zu einem wahren Mühlenzentrum. In Knauthain dürfte auf dem Platz des heutigen Ensembles schon weit vor 1300 eine Mühle gestanden haben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Steuerregister vor fast 600 Jahren – im Jahr 1417 – als Ölmühle.

Während des Dreißigjährigen Krieges wird auch die Knauthainer Mühle 1640 geplündert, in den 70er Jahren des gleichen Jahrhundert wird der Mühlenbetrieb wiederholt durch Hochwasser behindert.

Bis 1874 arbeitet die Ölmühle. Ab 1876 beginnen die bis ca. 1909 währenden An- und Umbauten, in deren Zuge die Mühlengebäude ihr heutiges Gesicht erhielten. Ab 1933 wird in der Mühle nur noch Weizen verarbeitet, ab 1947 wird das Hintergebäude zur Haferflockenproduktion umgebaut.

Die heutigen Haupt- und Speichergebäude sowie die Verwaltervilla entstanden zwischen 1890 und 1909 und entwickelten sich neben Kirche, Schloss und Gut zu den wichtigsten und prägendsten Bauwerken des Ortes.

Bisherige Sanierung

Die Sanierung des gesamten Ensembles war für Einzelne zu groß und zu anspruchsvoll. Es hat sich jedoch eine engagierte Gemeinschaft von Individualisten gefunden, die  miteinander etwas Besonderes schaffen und die Mühle zu neuem Leben erwecken wollten. So wurden Hauptgebäude und historische Villa saniert und das Hofensemble durch einen Neubau ergänzt, der die gewachsenen Größenverhältnisse der Baukörper wieder herstellt.

Die Planung des gesamten Projektes basierte von Anfang an auf dem Wunsch, den Gesamtcharakter zu erhalten und das über Jahrhunderte gewachsene Ensemble zu revitalisieren.

Die erste Bauphase

Das Hauptgebäude der Weizenmühle Knauthain steht auf einem ca. 8.000 qm großen Teilgrundstück mit angrenzendem Bachlauf.

Die bauliche Substanz des 1908/1909 entstandenen Bauwerks war weit besser, als eingeschlagene Scheiben und hängende Fensterflügel zunächst von außen vermuten ließen. Nicht nur das Mauerwerk, auch die tragende Konstruktion (Säulen und Balken) wurden von Experten als sehr gut beurteilt. Schadstoffbelastungen – bei alten Industriebauten oft ein Problem – wurden nicht entdeckt.

Sechs Parteien realisierten in einer dem Leipziger Selbstnutzermodell nachempfundenen Bauherrengemeimeinschaft individuelle Lofts, drei davon als Maisonettes über zwei Etagen (eine davon zuzügl. Turm). Die meisten Parteien bewohnen ihre Wohnungen selbst. Nach Fertigstellung wurde das Projekt mit einem Denkmalschutzpreis ausgezeichnet.

Die Verwaltervilla wurde 1890 von Heinrich Franz Pauli, dem damaligen Inhaber der Knauthainer Kunstmühle, errichtet. 

Die Villa blieb getreu ihrer historischen Funktion erhalten.
Die Sanierung des Gebäudes ist ebenfalls abgeschlossen.

Die Neubauvilla entstand auf dem Standort einer baufälligen, nicht sanierungsfähigen Scheune. Sie ist in gleichen Abmessungen und Lage wie die Scheune errichtet worden, um die Verteilung der Baukörper auf dem Hofensemble zu erhalten.

Lebendige Nachbarschaft

Die Parteien, die heute im Mühlenensemble wohnen, haben sich erst in Planungs- und Bauphase des gemeinsamen Projekts kennengelernt. Gute Nachbarschaft ist mehr als selbstverständlich – vom gemeinsamen Osterfeuer bis zum Plausch auf dem Hof, von nachbarschaftlichen Engagement (zum Bespiel für die Erhaltung des Elsterstausees) bis zum gemeinsamen Adventskalender – und der ist immerhin der zweitgrößte in Leipzig ;-)

Lotter-Preis für Denkmalpflege

Obwohl die Sanierung noch nicht zu 100% abgeschlossen war, bewarb sich die Eigentümergemeinschaft des Hauptgebäudes der Weizenmühle Knauthain im Jahr 2008 um den Hieronymus-Lotter-Preis für Denkmalpflege der Stadt Leipzig. Mit Erfolg: den Bauherren wurde der dritte Platz zugesprochen. Die Jury würdigte die Leistung als “ein überaus gelungenes Beispiel dafür, wie ein Industriebau zu einem modernen Wohnhaus umgebaut werden kann, ohne dabei seinen ganz spezifischen historischen Charakter zu verlieren”.

Knauthain bringt’s!

Auwald-Landschaft am Mühlbach
Vom Auwald geprägte Landschaft am Mühlbach

Knauthain am Südwestrand von Leipzig profitiert von hohem Freizeitwert und bester Anbindung sowohl an die Leipziger Innenstadt als auch den Leipziger Autobahnring.

Für eine gute lokale Infrastruktur sorgen Grundschule, Kindergarten, Kirche, Arzt-/Zahnarztpraxen, Physiotheraphie, verschiedene Supermärkte und lokale Handwerker und Dienstleister.

Knauthain ist sehr gut an die Leipziger Innenstadt angebunden. Ab Bahnhof Knauthain fahren sowohl die S-Bahn (Strecke Zwenkau/Leipzig) als auch die Straßenbahn.

Mit dem Auto braucht man nur ca. 20 Minuten bis ins Zentrum und ist in wenigen Minuten auf der A 38 und damit auf dem Leipziger Autobahnring.

Besonderes Highlight sind jedoch die gefluteten Tagebauseen, insbesondere der Cospudener See – mit Badestränden und Liegewiesen, kilometerlangen Rad-/Inlineskate- und Wanderwegen sowie einem Segelverein. Auch Reit- und Fussballverein sind in Knauthain ansässig.

Sie wollen ein bisschen mehr sehen? Begleiten Sie uns doch auf unserem Foto-Rundgang!

Ein gewachsenes Dorf

Die attraktive Landschaft machte die Region schon vor mehr als 100 Jahren zum beliebten Wohn- und Erholungsstandort für die wohlhabende Oberschicht der Stadt Leipzig. Prächtige Herrenhäuser, Kirchen und Schlösser künden vom einstigen Wohlstand der Städte und Dörfer im Süden der Stadt.

Die 1873 in Betrieb genommene Bahnlinie Leipzig/Zeitz hat mit dem Bahnhof Knauthain erheblich zum Aufschwung des Dorfes beigetragen.

1936 wird Knauthain nach Leipzig eingemeindet und zählt ca. 1000 Einwohner. Zu dieser Zeit boten der Elsterstausee und das benachbarte Fortunabad hohen Freizeitwert – so wie der Cospudener See heute.

Im Bereich zwischen Borna und Leipzig prägt seit Beginn des 20. Jahrhunderts der größflächige Braunkohlenbergbau die Landschaft. 40% der Fläche ist durch den Bergbau in Anspruch genommen worden, 70 Orte mußten der Braunkohle weichen, ca. 24.000 Menschen wurden umgesiedelt. Bis 1989/90 existierten im Landkreis 16 Brikettfabriken, 8 Tagebaue und 6 Kraftwerke.

Nach 1989/90 wurde die Braunkohlenwirtschaft auf ein Minimum reduziert. Der Schwerpunkt liegt seitdem in der nachhaltigen Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft mit ihren zahlreichen Seen und in der Ansiedlung moderner und „klassischer” Industrie.

Mitten im Neuseenland

Die Weizenmühle Knauthain liegt nicht nur nah zur Innenstadt Leipzigs, sondern auch  mitten im “Leipziger Neuseenland”, dem in der Folge des Braunkohletagebaus entstehenden Freizeit- und Tourismusrevier im Süden Leipzigs.

Drei Seen liegen in fussläufiger Entfernung: Cospudener See, Elsterstausee (derzeit leider ohne Wasser) und Zwenkauer See. Mit dem Rad erreichen Sie in gemütlicher Radtour Distanz weitere Seen wie den Markkleeberger See, den Störmthaler oder den Kulkwitzer See.

Der Cospudener See wurde zum Modellprojekt im Rahmen der Expo 2000. Während die Markkleeberger Seite des Cospudener Sees und der Nordstrand eher turbulent sind, wird die Knauthainer Seite in erster Linie von Naturfreunden aufgesucht.

Der – leider im Moment trocken gefallene – Elsterstausee blickt auf eine mehr als 70jährige Geschichte zurück und war einst ein besonders beliebtes Leipziger Ausflugsziel. Hier erfahren Sie mehr über die aktuellen Initiativen zu seiner Rettung.

Der Zwenkauer See – Seefreigabe Mai 2015 – übertrifft beide bestehende Seen in seiner Größe erheblich. Eine Verbindung zum Cospudener See ist in Bau, so dass hier ein abwechslungsreiches Wassersportrevier entstehen wird.

Bildergalerie

Begleiten Sie uns auf einen kleinen Spaziergang durch Knauthain. Sie werden sehen: Es gibt einiges zu entdecken ;-)

Blick auf den Cospudener See vom Ufer Leipzig Knauthain
Blick auf den Cospudener See vom Ufer Leipzig Knauthain

Schloss und Schlossteich, Leipzig Knauthain
Schloss Knauthain mit Schlossteich, Leipzig

Blick auf Weiße Elster bei Leipzig Knauthain
Blick auf Weiße Elster bei Leipzig Knauthain
Parkansicht Schlosspark Knauthain
Der Schlosspark Knauthain lädt zum Verweilen ein
Auwald-Landschaft am Mühlbach
Vom Auwald geprägte Landschaft am Mühlbach
Dörflich-ländliches Idyll in Leipzig Knauthain
Dörflich-ländliches Idyll in Leipzig Knauthain
Kirche in Leipzig Knauthain
Kirche in Leipzig Knauthain
Dorfteich in Leipzig Knauthain
Dorfteich in Leipzig Knauthain

Ehemalige Schule in Leipzig Knauthain
Ehemalige Schule in Leipzig Knauthain
Kindergarten Leipzig Knauthain
Frisch sanierter Kindergarten Leipzig Knauthain
Bahnhof Leipzig Knauthain
Bahnhof Leipzig Knauthain
Übergang Endhaltestelle Straßenbahn zu Bahnhof Leipzig Knauthain
Übergang Endhaltestelle Straßenbahn zu Bahnhof Leipzig Knauthain
Nahverkehrszug im Bahnhof Leipzig Knauthain
Nahverkehrszug im Bahnhof Leipzig Knauthain
Berufsbildungswerk in Leipzig Knauthain
Berufsbildungswerk in Leipzig Knauthain